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MITOCHONDRIALE MEDIZIN

„Viele Krankheiten gehen mit einer Störung der Mitochondrien einher!“ Was bedeutet „mitochondriale Medizin“? Warum ist ein gesunder Darm die Basis für die Gesundheit des gesamten Organismus? Über diese und andere Themen gibt die Heilpraktikerin Karin Dickmann Auskunft.

Frau Dickmann, ein Blick auf Ihre Vita zeigt ein ungewöhnlich vielseitiges Interessens- und Wirkspektrum. Der Aspekt, anderen Menschen Hilfe und Unterstützung zu bieten, scheint Ihnen dabei ein wichtiges Anliegen zu sein. Was hat Sie dazu bewogen, sich schließlich als Heilpraktikerin in einer eigenen Praxis für Komplementär- und Präventivmedizin niederzulassen?

Frau Dickmann: Es stimmt, das Bedürfnis, therapeutisch zu arbeiten, habe ich schon sehr früh verspürt — sei es als Musiktherapeutin, sei es später als Fastenleiterin. Dass ich heute als Heilpraktikerin mit den Schwerpunkten Komplementär- und Präventivmedizin tätig bin, ist letztlich die logische Folge meines Wunsches, Menschen zu helfen und sie darin zu unterstützen, gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden. Hierbei habe ich die orthomolekulare und mitochondriale Medizin als sehr wirksame Methoden schätzen gelernt, mit denen ich meinen Patienten nach einer exakten Diagnostik eine individuelle, genau auf die Bedürfnisse ihres Organismus abgestimmte Therapie zukommen lassen kann.

Was hat Sie dazu bewogen, die orthomolekulare Medizin in den Mittelpunkt Ihres therapeutischen Leistungsspektrums zu stellen?

Frau Dickmann: Basis der orthomolekularen Medizin, ist, grob gesagt, der Einsatz von Mikronährstoffen zum Ausgleich von Defiziten und damit zur Vermeidung bzw. zur Behandlung von Krankheiten. Sie sind die Bausteine aller Stoffwechselprozesse. Welche Mikronährstoffe in welcher Dosierung im Einzelfall angezeigt sind, lässt sich allerdings nur durch eine sorgfältige Stufendiagnostik ermitteln. Ich habe dieses alternativmedizinische Verfahren vor vielen Jahren in Amerika kennengelernt. Zu diesem Zeitpunkt war die Methode hierzulande noch weitgehend unbekannt. Als dann bei meinem Vater die Parkinson-Krankheit diagnostiziert wurde und die Ärzte davon ausgingen, dass er bald auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde, suchte ich für meinen Vater bestimmte Mikronährstoffe aus, die er fortan zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie einnahm. Das Ergebnis war selbst für Schulmediziner verblüffend: Sein Zustand besserte sich und seine Lebensqualität konnte länger erhalten bleiben. Fortan beschäftigte ich mich intensiv mit der orthomolekularen und mitochondrialen Medizin. Bis heute bin ich immer wieder überrascht, welche positiven Effekte mit den Verfahren bei den unterschiedlichsten Gesundheitsstörungen erzielt werden können. Zudem lassen sie sich sehr gut mit anderen Therapiemethoden kombinieren, etwa mit schulmedizinischen oder auch mit anderen komplementärmedizinischen Verfahren wie Akupunktur oder Homöopathie.

Stichwort „mitochondriale Medizin“ - was ist genau darunter zu verstehen?

Frau Dickmann: Die mitochondriale Medizin geht davon aus, dass vielen degenerativen bzw. chronischen Krankheiten eine Störung der Mitochondrien zugrunde liegt. Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen, sie bringen uns die Lebensenergie, indem sie aus Glukose und Sauerstoff den Energieträger der Zelle, das Adenosintriphosphat, kurz ATP, gewinnen — das ist unser Brennstoff. Starke energieverbrauchende Gewebe, z.B. Herzmuskelzellen haben ca. 2000 Mitochondrien. Bei der Energieproduktion entstehen Sauerstoff- und Stickstoffradikale, die bei zu hohem Anfall (gleichbedeutend mit oxidativem und nitrosativem Stress) eigenes Gewebe angreifen und die Mitochondrien ganz oder teilweise schädigen können. Diese Radikale sind aber nicht nur schädlich, sie werden von unserem Immunsystem auch als Abwehr von Krankheitserregern genutzt. Wichtig ist, über ein gut funktionierendes Entgiftungssystem zu verfügen, das alles im Gleichgewicht hält.

Deshalb messen wir in der Präventiv- und Anti-Aging-Medizin u.a. immer auch die Aktivität des Enzyms Superoxiddismutase, abgekürzt SOD, das für die Abwehr von Sauerstoffradikalen verantwortlich ist. Eine breit angelegte Blutuntersuchung bei über Hundertjährigen ergab, dass alle über einen hervorragenden SOD-Wert verfügten, also über eine gut funktionierende Entgiftung. Und da bin ich wieder bei der orthomolekularen Medizin. Denn mitochondriale Medizin, egal ob zur Prävention oder als Therapie, ist ohne den Einsatz von Mikronährstoffen nicht denkbar. Wir brauchen bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren für die Energiegewinnung, Fettsäuren für die Integrität der Zellmembranen, Antioxidantien und Spurenelemente für die Entgiftungsfunktion. Aber nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern in einer individuell angepassten Dosierung. Hinzu kommt: Nicht bei jedem Patient, der über einen Energiemangel klagt, sind die Mitochondrien geschädigt. Deshalb ist immer auch eine sorgfältige Differenzialdiagnose notwendig, um abzuklären, ob gegebenenfalls eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Anämie, ein allgemeiner Vitamin- und Mineralstoffmangel oder eine andere Störung vorliegt.

Welche Faktoren schädigen die Mitochondrienfunktion?

Frau Dickmann: Vor allem Umweltgifte wie Pestizide, Schwermetalle oder Lösungsmittel, aber auch bestimmte Medikamente oder ein Vitalstoffmangel können die Mitochondrienfunktion beeinträchtigen. Ebenso schädigen der bereits erwähnte oxidative bzw. nitrosative Stress, aber auch chronischer Stress und chronische Entzündungen die Mitochondrienfunktion.

Wie äußert sich eine eingeschränkte Mitochondrienfunktion?

Frau Dickmamm: Ist die Mitochondrienfunktion beeinträchtigt, ist ein Energiemangel die Folge. Dies kann sich in unspezifischen Symptomen wie rascher Ermüdbarkeit, verminderter Leistungsfähigkeit und Konzentrationsstörungen äußern, aber auch in Form von beschleunigten degenerativen bzw. alterungsbedingten Prozessen, Stoffwechsel- oder Entzündungskrankheiten. Viele chronische Krankheiten gehen mit Störungen der Mitochondrien einher, so z.B. Diabetes, Herzerkrankungen, Alzheimer, Parkinson-Krankheit, das Burn-Out-Syndrom. Naturgemäß sind die besonders stark energieabhängigen Gewebe am schwersten von einer Störung der zellulären Energieproduktion betroffen. Dazu gehören vor allem Gehirn, Augenhintergrund, Herz, Muskulatur, Leber, Nieren oder Bauchspeicheldrüse. Die Haut reagiert ebenfalls sehr empfindlich, und zwar mit vorzeitiger Alterung, mitunter sogar mit Hautkrebs. Mit dem gezielten Einsatz von mitotropen Substanzen — hier sind das Coenzym Q 10 oder bestimmte B-Vitamine als Beispiele zu nennen — lässt sich der Hautalterungsprozess positiv beeinflussen und verlangsamen.

Also ist die mitochondriale Medizin auch ein Bestandteil der Anti-Aging-Medizin?

Frau Dickmann: Auf jeden Fall. Die mitochondriale Medizin ist aber nicht nur ein fester Bestandteil der Anti-Aging-Medizin, sondern auch der Präventivmedizin, die darauf abzielt, dass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen — wobei die Grenzen zwischen beiden Disziplinen natürlich fließend sind. Spätestens seit meiner Arbeit im Bereich der komplementärmedizinischen Onkologie weiß ich, wie wichtig es ist, frühzeitig sich anbahnenden oder bereits vorhandenen Defiziten im Organismus auf die Spur zu kommen und diese dann gezielt auszugleichen — dies ist und bleibt der beste Weg, um gesund zu bleiben! Dabei spielen Maßnahmen zum Schutz der Mitochondrien eine ganz wichtige Rolle. Hierzu gehört jedoch nicht nur der Einsatz von mitrotopen bzw. orthomolekularen Substanzen, sondern auch eine bewusste Lebensführung mit einem ausgewogenen Essverhalten, ein sorgsamer Umgang mit Medikamenten, das Meiden von Umweltgiften und, und, und.

Sie erwähnten, dass jede Therapie individuell festgelegt werden muss und dass hierfür eine sorgfältige Diagnostik unerlässlich ist. Wie ist Ihre diagnostische Vorgehensweise?

Frau Dickmann: Am Anfang jeder Diagnostik steht eine umfangreiche Anamnese, d.h. ich bespreche mit dem Patienten ausführlich seine Beschwerden bzw. seine Krankheitsgeschichte, aber auch relevante Aspekte seines biographischen Hintergrunds, seine aktuelle Lebensweise und seine Ernährungsgewohnheiten. Dann führe ich verschiedene Untersuchungen durch, allen voran eine Blutanalyse, für die dem Patient etwas Blut abgenommen wird. Bei dieser Analyse werden nicht nur alle wichtigen Parameter zur Überprüfung der einzelnen Organfunktionen, der Stoffwechsel- und Hormonlage gemessen, wie man sie aus der Schulmedizin kennt, sondern der Blick richtet sich auch auf viele weitere Parameter, etwa um Auskunft über den Fettsäurestatus, die Oxidationsprozesse und das Entgiftungssystem des Organismus zu erhalten, aber auch, um eventuell vorhandene Nährstoffdefizite oder eine Schädigung von Mitochondrien aufzuspüren. Ergänzt wird diese differenzierte Blutanalyse durch eine Stuhlanalyse.

Welche Rückschlüsse lässt eine Stuhlanalyse zu?

Frau Dickmann: Die Untersuchung einer Stuhlprobe, die im Übrigen eine ähnlich wichtige diagnostische Bedeutung wie die Blutanalyse hat, gibt zum einen Auskunft über die mikrobielle Zusammensetzung des Gastrointestinaltrakts. Auf diese Weise können z.B. Pilz- und andere Fehlbesiedlungen bzw. ein Ungleichgewicht der für unsere Gesundheit so wichtigen Darmflora ebenso sicher nachgewiesen werden wie Verdauungs- und Resorptionsstörungen oder Entzündungen.

Spielt der Darm denn eine so wichtige Rolle?

Frau Dickmann: Allerdings. Man muss sogar sagen: Ein gesunder Darm ist die Basis unserer Gesundheit. So ist er u.a. verantwortlich für wesentliche Teile unseres Stoffwechsels, für die Ausscheidung schädlicher und verbrauchter Stoffe und für die Aufnahme wertvoller Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Darüber hinaus ist der Darm das größte Immunorgan des Körpers und damit der wichtigste Teil unserer Immunabwehr. Zudem verfügt er über ein enterisches Nervensystem (von enteron, altgriech.: "Das Innere", Darm), durch das der Darm direkt mit dem Gehirn verbunden ist. Ebenso besteht zwischen unserer Psyche und unserem Darm ein enger Zusammenhang. Viele von uns kennen dies leider nur zu gut, wenn sich z.B. bei starker Anspannung sofort Verdauungsstörungen einstellen. Anhaltender Stress kann sogar die Darmschleimhaut direkt schädigen. Eine intakte Darmschleimhaut ist jedoch die Voraussetzung für eine gut funktionierende Darmbarriere. Diese Darmbarriere bildet gewissermaßen einen Schutzwall, wodurch der Übergang von potentiell pathogenen Keimen vom Darm in den Blutkreislauf des Menschen verhindert wird. Ist die Darmbarriere gestört, können sich lokale Entzündungen bis hin zu schweren systemischen Erkrankungen entwickeln.

Neben anderen Faktoren haben auch die aktiven Bakterien der Mikroflora großen Einfluss auf die Barrierefunktion. Unter bestimmten Umständen kann es zu einer Störung des Darmmilieus kommen, etwa durch die wiederholte Einnahme von Antibiotika, durch Infektionen, Schwermetallbelastung, einseitige Essgewohnheiten oder, wie bereits erwähnt, durch chronischen Stress. Aber auch das Alter ist ein Risikofaktor: Inzwischen weiß man, dass sich — vermutlich unter dem Einfluss von hormonellen Veränderungen — ab dem 50. bis 55. Lebensjahr die Darmflora massiv verändert, sodass die Gefahr für Entzündungen und andere Erkrankungen steigt. Fatalerweise kann es sein, dass derartige Krankheitsprozesse erst einmal unbemerkt — und damit unbehandelt — bleiben, weil die oberste Schicht der Darmschleimhaut keine Schmerzrezeptoren hat. Die enorm wichtige Rolle des Darms für unsere Gesundheit ist in der Medizin lange unterschätzt worden. Jedoch zeichnet sich immer deutlicher ab: Viele chronischen Erkrankungen bessern sich deutlich, wenn eine gezielte Darmsanierung mit in die Behandlung einbezogen wird. Eine Ernährungsumstellung, der gezielte Einsatz von Probiotika und orthomolekularen Substanzen, eventuell auch eine Fastenkur unter therapeutischer Anleitung stärken das Immunorgan Darm — und damit unsere Gesundheit.

Also gehören gegebenenfalls auch therapeutische Maßnahmen für einen gesunden Darm zur Behandlung?

Frau Dickmann: Auf jeden Fall, sie sind sogar sehr häufig Teil der Behandlungsstrategie. Weitere Therapiemaßnahmen sind Mikronährstoffmischungen zum Einnehmen und/oder als Infusions- bzw. Injektionstherapie, eine ausführliche Ernährungsberatung, die Ausarbeitung eines Fastenplans oder — wenn nötig — auch gezielte Anregungen für eine maßvolle Änderung des Lebensstils oder für eine Wiedererlangung der mentalen Balance. Wichtig sind hierbei regelmäßige Untersuchungen zur Therapiekontrolle — auf diese Weise kann die Behandlung, z.B. in Form einer Dosisänderung, immer an den jeweils aktuellen Gesundheitszustand des Patienten angepasst werden.

Frau Dickmann, vielen Dank für das Gespräch!

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